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Der Mörder sitzt mit am Tisch: der Fall, das Haus, die sechs Verdächtigen

Sieben Menschen saßen an diesem Tisch. Um 20:55 Uhr war der Gastgeber tot. Diese Seite erzählt alles über den Fall – außer, wer es war.

Anselm Winter 8 Min. Lesezeit 22. August 2026

Herrenhaus Rabenstein bei Nacht, Licht in den Fenstern des Erdgeschosses

Es regnet seit halb neun. Im Speisesaal des Herrenhauses Rabenstein steht ein Stuhl leer, und in der Bibliothek liegt der Hausherr. Die Tür zur Halle ist von innen verriegelt. Die Standuhr ist umgestürzt und stehen geblieben, um fünf vor neun.

Niemand kann durch eine verriegelte Tür gegangen sein. Trotzdem war jemand im Raum.

Das ist die Ausgangslage von „Der Mörder sitzt mit am Tisch“, dem ersten Band der Reihe Herrenhaus Rabenstein. Was danach kommt, liest man nicht – man arbeitet es. Diese Seite erzählt, was im Buch steht, wie es aufgebaut ist und nach welchen Regeln es gebaut wurde. Die Lösung steht hier nicht, und es fällt auch kein Hinweis darauf.

Der Abend

Konsul Viktor von Rabenstein hat zu einem Dinner geladen. Sechs Gäste, ein Gastgeber, sieben Gedecke. Es ist der 14. November, es regnet ab 20:30 Uhr, und der Abend verläuft unauffällig, bis jemand bemerkt, dass der Hausherr nicht zurückkommt.

Um 21:10 Uhr wird er in der Bibliothek gefunden, erschlagen mit einer schweren bronzenen Buchstütze. Die Tür zur Halle war von innen verriegelt, und der Schlüssel steckte.

Die Zeitschiene des Abends

20:15  Das Dinner beginnt. Sieben Personen bei Tisch.
20:30  Der Regen setzt ein.
20:55  Die Standuhr in der Bibliothek stürzt um und bleibt stehen.
21:10  Der Konsul wird gefunden.

Vier Zeitangaben. Daraus ein Fenster zu machen, an dem sich sechs Alibis messen lassen, ist die erste Aufgabe des Buches – und die Antwort steht nicht hier, sondern in Etappe eins.

Das Haus

Rabenstein ist kein Schauplatz zur Zierde, sondern ein Bestandteil des Falls. Wer die Wege nicht kennt, kann die Zeiten nicht prüfen.

Im Erdgeschoss liegen alle Räume, auf die es ankommt. Von der zentralen Halle gehen die Zimmer ab; dort steht auch der Telefonapparat. Nebenan der Salon mit dem Flügel, daneben der Speisesaal mit der Tafel. Dann die Bibliothek, das Rauchzimmer, das Arbeitszimmer mit Schreibtisch und Schreibmaschine und das Musikzimmer. Die Haustür liegt am anderen Ende des Hauses, hinaus geht es auf eine ebenerdige Terrasse und in den Garten.

Unter dem Erdgeschoss die Küche, über den Hof die Garage. Ein Grundriss im Buch zeigt das alles, mit jeder Tür und jedem Fenster; man braucht ihn öfter, als man beim ersten Blättern denkt. Welcher Weg an diesem Abend tatsächlich benutzt wurde, findest du selbst heraus.

Die sechs am Tisch

Jeder von ihnen hatte einen Grund, dem Konsul etwas übelzunehmen. Und jeder von ihnen verschweigt an diesem Abend etwas – nur eines dieser Geheimnisse ist ein Mord.

PersonRolle im HausWas auf dem Spiel steht
Cordelia von Rabensteinzweite Ehefrau, deutlich jüngerein Erbe und eine Ehe, die nicht mehr trägt
Julian von RabensteinSohn aus erster Ehe, enterbtSchulden, die keinen Aufschub dulden
Anton FalkDirektor und Geschäftspartnereine Firma, die verkauft werden soll
Dr. Elsa BrandtHausärztin der Familieein alter Fehler, den jemand kennt
Maximilian WolffKunsthändler, verkaufte ans Hausein Ruf, der Geschäftsgrundlage ist
Rosa KernSekretärin des Konsulseine Abrechnung, die nicht stimmt

Alle sechs geben für den fraglichen Zeitraum ein Alibi an. Fünf davon halten der Prüfung stand. Welches nicht, steht nicht hier.

Die Regel hinter dem Buch

Auffälligkeit ist kein Beweis. Weil alle sechs etwas verbergen, weichen alle sechs aus – und wer nach dem Nervösesten sucht, verdächtigt zuverlässig den Falschen. Überführt wird über Zeit, Weg und Spur, nicht über Verhalten.

Wie das Buch aufgebaut ist

Drei Übungsfälle

Bevor der Mordfall beginnt, gibt es drei kleinere Fälle im selben Haus, mit denselben Personen. Eine verschwundene Akte, eine fehlende Waffe, ein anonymer Brief. Sie führen die Bewohner, die Räume und die Arbeitsweise ein und steigen von leicht auf deutlich schwerer. Wer sie überspringt, kann trotzdem weitermachen – aber er kennt das Haus dann nicht.

Sieben Etappen

Der Hauptfall ist in sieben Abschnitte geteilt. Jede Etappe ist eine eigene Rätselarbeit und wirft am Ende ein Beweisstück ab, das aufs Beweisbrett wandert. Die Aufgaben sind bewusst verschieden: In einer prüfst du Verhöre auf den einen Satz, der nicht zu den anderen passt. In einer rechnest du Kilometerstände und ein Fahrtenbuch nach. In einer wertest du ein Fernamtprotokoll aus, in einer erkennst du eine Schreibmaschine an ihren Typenfehlern. Dazu Logikgitter, Chiffren, ein Nonogramm und eine Buchstabensuche.

Entscheidend ist, dass sie aufeinander aufbauen. Was du in Etappe zwei entschlüsselst, brauchst du in Etappe sechs wieder.

Das Beweisbrett

Eine ausklappbare Übersicht zum Selbstausfüllen: sechs Namen, sechs Alibis, die Beweisstücke aus den Etappen. Hier streichst du, hier trägst du ein, hier siehst du, was noch offen ist. Es ist der Ort, an dem der Fall zusammenläuft.

Das Finale

Am Ende steht keine achte Rätselaufgabe, sondern eine Zusammenführung: Alle Beweisstücke werden gegeneinander gehalten, bis nur eine Person übrig bleibt. Dann trägst du einen Namen ein. Danach – und erst danach – blätterst du in den Lösungsteil.

Der Lösungsteil

Nicht nur Ergebnisse, sondern Wege. Zu jeder Etappe steht, welcher Hinweis welchen Schluss erzwingt und woran ein Alibi scheitert. Die Gitterrätsel sind zusätzlich vollständig als Bild abgedruckt, damit sich Feld für Feld vergleichen lässt.

Die drei Hausregeln

Sie stehen vorn im Buch, und sie sind kein Schmuck – nach ihnen wurde gebaut.

  1. Alles steht im Buch. Kein Vorwissen, kein Internet, keine Zusatzmaterialien. Jeder Beweis liegt vor dir, bevor du ihn brauchst.
  2. Geraten wird nie. Jede Lösung ist eindeutig und geprüft. Wo eine Aufgabe zwei Antworten zuließe, wurde sie umgebaut.
  3. Du ermittelst mit. Bleistift dazu, Alibis streichen, Beweise eintragen. Am Ende trägst du einen Namen ein.

Die zweite Regel ist die, die Arbeit macht. Sie folgt dem Fair-Play-Gedanken der klassischen Kriminalliteratur: Das Publikum muss dieselbe Chance haben wie der Ermittler. Woher diese Regel kommt und warum sie das ganze Format trägt, steht unter Murder Mystery: Herkunft, Regeln und wie man mitspielt.

Was du brauchst

Sonst nichts. Keine App, kein Zusatzheft, kein zweiter Band.

In Farbe gedruckt

Das Buch ist durchgehend farbig gesetzt, und das hat einen praktischen Grund neben dem Aussehen: Die Farbe führt durch den Fall. Rot markiert immer das, wo du dran bist – Antwortfeld, Beweisbrett, Streichliste. Man muss nicht suchen, wo etwas einzutragen ist.

Dazu kommt der Eindruck. Die Seiten sind wie eine Fallakte gestaltet: Kaffeeränder auf dem Verhörprotokoll, ein Fingerabdruck am Seitenrand, Stempel quer über den Befund, Beweisfotos vom Haus in der Regennacht. In Graustufen wäre das die Kopie einer Kopie.

Für wen es gemacht ist

Für Leute, die Krimis mögen, aber lieber selbst ermitteln, als jemandem dabei zuzusehen. Für lange Abende und für Zugfahrten. Für zwei Personen, die sich um dieselbe Seite streiten. Und als Geschenk für den einen Menschen im Bekanntenkreis, der jeden Krimi nach zwanzig Minuten gelöst hat.

Nicht gemacht ist es für nebenbei. Wer eine Beschäftigung für zehn Minuten in der Warteschlange sucht, ist mit einem Sudokublock besser bedient – der Überblick über die Gattungen steht unter Rätselbücher für Erwachsene.

Häufige Fragen

Worum geht es in „Der Mörder sitzt mit am Tisch“?

Um einen Mordfall im Herrenhaus Rabenstein. An einem verregneten Abend im November sitzen sieben Menschen bei Tisch; um 20:55 Uhr ist der Gastgeber tot, erschlagen in der Bibliothek, deren Tür von innen verriegelt war. Die sechs übrigen Gäste haben jeder ein Alibi. Fünf davon halten. Herauszufinden, welches nicht hält, ist deine Aufgabe – über sieben Etappen, in denen du Verhöre prüfst, Zeiten nachrechnest und Beweise sammelst.

Braucht man Vorwissen, um das Buch zu lösen?

Nein. Es gibt keine Aufgabe, für die du etwas nachschlagen müsstest – kein Internet, keine Zusatzmaterialien, keine Kenntnis früherer Bände. Jeder Beweis steht im Buch, bevor du ihn brauchst, und jede Rätselart wird beim ersten Auftreten erklärt. Drei Übungsfälle am Anfang führen die Personen, die Räume und die Arbeitsweise ein, bevor der eigentliche Fall beginnt.

Kann man das Buch zu zweit lösen?

Ja, und für viele ist das die bessere Art. Weil man seine Schlüsse laut vertreten muss, fallen wacklige Ketten schneller auf. Praktisch heißt das: einer liest die Verhöre vor, der andere führt das Beweisbrett – und beim Streit über eine Uhrzeit blättert man zurück. Zu dritt wird es eng, weil dann jemand nur zusieht.

Wie lange braucht man für das Buch?

Zwei bis vier Stunden, üblicherweise verteilt auf mehrere Abende. Die drei Übungsfälle sind in je zwanzig Minuten zu schaffen, die sieben Etappen des Hauptfalls dauern länger und bauen aufeinander auf. Man kann jederzeit aufhören und Tage später weitermachen – das Beweisbrett hält fest, was du schon hast.

Steht die Lösung im Buch?

Ja, in einem eigenen Lösungsteil am Ende – und zwar nicht nur das Ergebnis, sondern der Weg dorthin. Zu jeder Etappe steht, welcher Hinweis welchen Schluss erzwingt und woran ein Alibi scheitert. Die Gitterrätsel sind zusätzlich vollständig als Bild abgedruckt, damit du deine Lösung Feld für Feld vergleichen kannst.

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