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Mitbringsel zum Krimiabend: was dem Gastgeber hilft und was ihm Arbeit macht

Bei einem Krimidinner hat der Gastgeber nicht nur gekocht, sondern auch einen Fall vorbereitet. Ein gutes Mitbringsel nimmt ihm an diesem Abend etwas ab, statt ihm etwas aufzuladen.

Anselm Winter 10 Min. Lesezeit 13. Oktober 2026

Eine Weinflasche in einer Papiertragetasche mit Sichtfenster auf einer Holzbank, links zwei leere Weingläser, rechts eine Traube roter Weintrauben
Foto: Cup of Couple · Pexels

Wer zu einem normalen Abendessen eingeladen ist, bringt eine Flasche Wein mit oder Blumen, und niemand denkt länger darüber nach. Bei einem Krimiabend lohnt es sich, kurz innezuhalten. Der Abend funktioniert anders als ein Essen, und das verändert, was als Mitbringsel hilft und was stört.

Der Unterschied liegt in der Rolle des Gastgebers. Bei einem Krimidinner ist er nicht nur Koch, sondern auch Spielleiter. Er hat die Rollen verteilt, Einladungen mit Hinweisen verschickt, den Ablauf über mehrere Gänge geplant und muss während des Essens darauf achten, dass die richtigen Umschläge zur richtigen Zeit geöffnet werden. Wie viel Arbeit das ist, zeigt der Ablaufplan unter Krimidinner für 6 Personen.

Die Grundregel: keine Arbeit in der ersten halben Stunde

Die kritischste Phase eines Krimiabends ist der Anfang. Die Gäste kommen an, die Rollen werden vorgestellt, die ersten Hinweise kommen auf den Tisch. Wenn der Gastgeber in dieser Zeit eine Vase suchen, einen Auflauf in den Ofen schieben oder eine Kühlbox ausräumen muss, verschiebt sich der Einstieg, und mit ihm der ganze Abend.

Daraus ergibt sich ein einfacher Maßstab. Ein gutes Mitbringsel lässt sich übergeben und vergessen, bis es gebraucht wird. Ein schlechtes verlangt sofort eine Handlung.

MitbringselArbeit für den GastgeberEinschätzung
Flasche Wein oder Saftkeine – kann stehen bleibensicher
Abgesprochener Nachtisch, fertig angerichtetPlatz im Kühlschrankgut, wenn vorher gefragt
Pralinen, Gebäck in der Dosekeinesicher
SchnittblumenVase suchen, anschneiden, Platz findenlieber in Topf oder am Tag danach
Gericht zum AufwärmenOfen, Zeitplan, Geschirrnur nach Absprache
Ein zweites Spielkeine, aber ein Signalbesser nicht am selben Abend

Die letzte Zeile verdient eine Erklärung. Ein Spiel als Mitbringsel zu einem Spieleabend wirkt auf den ersten Blick passend. Bei einem Krimidinner, für das der Gastgeber einen Fall vorbereitet hat, kann es aber den Eindruck erwecken, man rechne damit, dass das Programm nicht reicht. Als Dankeschön danach ist dasselbe Spiel dagegen ein schönes Geschenk – dazu unten mehr.

Die eigene Rolle als Ideengeber

Bei den meisten Krimidinnern bekommen die Gäste ihre Rolle vorab, oft mit einer kurzen Beschreibung und einem Vorschlag für die Kleidung. Diese Rolle ist die beste Quelle für ein Mitbringsel, das im Gedächtnis bleibt, weil es zeigt, dass man sich auf den Abend eingelassen hat.

Ein erfundener Fall als Beispiel

Angenommen, der Abend spielt in einer Druckerei in den zwanziger Jahren, und deine Rolle ist die Buchhalterin des Betriebs. Dann passt ein in Packpapier eingeschlagenes Kassenbuch als Gastgeschenk, ein Bleistift hinter dem Ohr als Kostüm – und vielleicht eine Flasche Wein, deren Etikett zur Epoche passt.

Ist deine Rolle der Weinhändler, ist die Flasche Wein plötzlich kein Allerweltsmitbringsel mehr, sondern ein Requisit, das du mit einem Satz in der Rolle überreichen kannst.

Eine Grenze gibt es dabei. Das Mitbringsel darf nichts über deine Rolle verraten, was die anderen Gäste noch nicht wissen sollen. Wer zum Beispiel aus der Rollenkarte weiß, dass seine Figur ein Geheimnis um einen Schuldschein hat, bringt besser keinen Schuldschein als Dekoration mit. Was auf der Rollenkarte als öffentlich bekannt steht, ist frei; was unter „nur für dich“ steht, bleibt in der Tasche. Warum die Verteilung von Wissen in einem Krimidinner so genau geplant ist, erklärt Krimidinner selber schreiben mit der Informationsmatrix.

Getränke: an die Runde denken

Der Klassiker bleibt die Flasche, und er bleibt es zu Recht. Zwei Dinge machen ihn bei einem Krimiabend besser.

Etwas ohne Alkohol mitbringen. Ein Krimidinner dauert oft vier Stunden oder mehr, und es wird viel gesprochen, kombiniert und widersprochen. Wer nachher noch fahren muss oder einfach einen klaren Kopf für die Auflösung behalten will, ist für einen guten Saft, eine Schorle oder einen alkoholfreien Aperitif dankbar. Gastgeber planen diese Seite der Getränke häufig zu knapp.

Zur Epoche passend. Viele Krimidinner spielen in einer bestimmten Zeit – den zwanziger Jahren, einem Landhaus vor dem Krieg, einer Bar in den Fünfzigern. Ein Getränk, das dazu passt, kostet nicht mehr als irgendeines, trägt aber zur Stimmung bei. Den Gastgeber vorher kurz zu fragen, welches Essen geplant ist, hilft außerdem bei der Wahl.

Das beste Mitbringsel zu einem Krimidinner passt in eine Hand, braucht keinen Ofen und erzählt etwas über deine Rolle.

Was du lieber zu Hause lässt

Neben dem zweiten Spiel gibt es ein paar Dinge, die bei einem Krimiabend häufiger schiefgehen als bei einem normalen Essen.

Wenn es kein Krimidinner ist, sondern ein Rätselabend

Nicht jeder Krimiabend ist ein Dinner mit Rollen. Manche Gastgeber laden zu einem Abend mit einer Fallakte ein, die alle gemeinsam am Wohnzimmertisch lösen, oder zu einem Escape-Spiel aus der Schachtel. Dann gelten etwas andere Regeln, weil es keine Rolle gibt, an der sich das Mitbringsel festmachen könnte, und weil der Tisch mit Papier statt mit Tellern belegt ist.

Bei solchen Abenden ist alles willkommen, was neben Akten und Karten auf dem Tisch Platz hat, ohne zu stören: Knabbereien in einer Schale statt in der raschelnden Tüte, Getränke in Flaschen mit Verschluss statt in offenen Gläsern, die beim Hinüberbeugen über einen Grundriss umfallen. Das klingt kleinlich, aber eine Fallakte mit Rotweinfleck ist für den nächsten Durchgang verloren, und viele dieser Spiele leiht man im Freundeskreis weiter.

Ein durchaus nützliches Mitbringsel für einen Rätselabend sind ein paar gute Bleistifte und ein Block kariertes Papier. Gastgeber denken an Essen und Spiel, aber selten daran, dass sechs Leute gleichzeitig mitschreiben wollen.

Pünktlichkeit ist das eigentliche Gastgeschenk

Bei einer Dinnerparty fällt eine Verspätung von zwanzig Minuten kaum auf. Bei einem Krimidinner beginnt das Spiel für alle gleichzeitig, und wer später kommt, verpasst die Vorstellungsrunde und meist die ersten Hinweise. Der Gastgeber muss dann entweder warten, während das Essen kalt wird, oder später alles einzeln nachholen.

Wer absehen kann, dass er nicht pünktlich ist, schreibt deshalb vorher und nicht erst an der Tür. Dann kann der Gastgeber den Ablauf so umstellen, dass die eigene Rolle erst im zweiten Akt wichtig wird. Wie knapp solche Abende ohnehin geplant sind und wo die Zeit verloren geht, steht unter Spieleabend planen.

Das Dankeschön danach

Ein gelungener Krimiabend ist für den Gastgeber eine Woche Vorbereitung und ein langer Abend Arbeit. Das schönste Dankeschön kommt deshalb oft am nächsten Tag und nicht an der Tür.

Die Fotos. Wer während des Abends ein paar Bilder gemacht hat – vor dem Essen und nach der Auflösung, nicht mitten in den Verhören –, schickt sie am nächsten Tag. Der Gastgeber selbst hat fast nie Zeit zum Fotografieren.

Die Gegeneinladung. Das Angebot, den nächsten Fall auszurichten, ist das Dankeschön mit der größten Wirkung, weil es dem Gastgeber zeigt, dass der Abend ansteckend war. Wer selbst keinen Fall vorbereiten will, kann auch ein Format vorschlagen, das weniger Aufwand macht: ein Escape-Spiel für den Wohnzimmertisch oder ein Rätselbuch für zwei. Einen Überblick über diese Formen gibt Murder Mystery: Herkunft, Regeln und wie man mitspielt.

Ein kleines Rätsel. Für Gastgeber, die selbst gern knobeln, ist eine Karte mit einer kleinen Aufgabe ein persönlicher Gruß – zum Beispiel ein Zahlenschloss mit vier Bedingungen, wie es im Artikel zum Weihnachtsgeschenk für Rätselfans gebaut wird. Und wenn der Gastgeber zu den Menschen gehört, die angeblich schon alles haben, hilft Geschenk für Leute, die alles haben weiter.

Häufige Fragen

Was bringt man zu einem Krimidinner mit?

Am besten etwas, das dem Gastgeber an diesem Abend keine Arbeit macht: ein Getränk, das zum Essen oder zur Epoche des Falls passt, oder ein Nachtisch, der vorher abgesprochen ist. Blumen sind schön, verlangen aber eine Vase genau in dem Moment, in dem der Gastgeber den Abend eröffnen will. Wer es persönlicher mag, bringt etwas mit, das zur eigenen Rolle passt.

Sollte man sich für ein Krimidinner verkleiden?

Wenn die Einladung einen Kostümvorschlag enthält, ja – zumindest mit einem Teil davon. Ein Hut, ein Schal oder eine Brille reicht oft, um in die Rolle zu finden, und zeigt dem Gastgeber, dass man seine Vorbereitung ernst nimmt. Ein aufwendiges Kostüm erwartet niemand, und es sollte nie so ausfallen, dass es andere Gäste in den Schatten stellt.

Darf man zu spät zu einem Krimidinner kommen?

Besser nicht, denn anders als bei einer normalen Einladung beginnt das Spiel für alle gleichzeitig. Wer eine halbe Stunde später kommt, verpasst die Vorstellungsrunde und die ersten Hinweise, und der Gastgeber muss alles nachholen. Ist eine Verspätung absehbar, gehört eine Nachricht vorher dazu, damit der Gastgeber umplanen kann.

Ist ein Krimispiel ein gutes Mitbringsel zum Krimiabend?

Eher nicht als Mitbringsel für denselben Abend, weil es wirken kann, als reiche das Programm des Gastgebers nicht. Als Dankeschön danach oder als Vorschlag für den nächsten gemeinsamen Abend funktioniert es dagegen gut. Dann ist es keine Konkurrenz, sondern eine Einladung zur Fortsetzung.

Was schenkt man dem Gastgeber nach einem gelungenen Krimiabend?

Das schönste Dankeschön ist oft das Angebot, den nächsten Abend selbst auszurichten. Wer das nicht kann, schickt am nächsten Tag die Fotos des Abends oder ein kleines Rätsel, das der Gastgeber in Ruhe lösen kann. Beides zeigt, dass der Abend nachgewirkt hat.

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